Creative Night #5 – 1 Stunde Arbeit in nur 60 Sekunden
Am 27. Mai 2026 fand im Creative Network Baden bei Wien die fünfte Creative Night statt. Dieses Mal stand das Thema KI im Mittelpunkt. Seit der ersten Creative Night zu dem Thema KI sind inzwischen rund 8 Monate vergangen. Der Markt und dessen Chancen, haben sich drastisch gewandelt.
Den Impulsvortrag des Abends hielt die SAP Expertin und KI – Enthusiastin Ariane Zemann.
www.zemann.cc
Die These des Abends
Künstliche Intelligenz (KI) ist bereits heute ein leistungsfähiger Sparringspartner und Produktivitäts-Booster: Sie beschleunigt Softwareentwicklung, automatisiert Routineaufgaben, verbessert Recherche und Kommunikation und unterstützt als proaktiver Assistent den Arbeitsalltag. Der Schlüssel zum Nutzen liegt im präzisen Prompting, im durchdachten Change Management und in klaren Datenschutz-Guidelines. Der Vortrag vom 1. Juni 2026 zeigt anhand konkreter Use Cases, wie Einzelne und Teams mit KI Effizienz und Kreativität deutlich steigern.
Zusammenfassung der wichtigsten Punkte
- Unterschiedlicher KI-Reifegrad in der Gesellschaft; in Agenturen dient KI bereits als Strukturierungs- und Kreativpartner.
- Schnelle Umsetzung komplexer Vorhaben: Eine Agentursoftware für Kundenfreigaben entstand mit KI-Unterstützung in zwei Monaten – ein Beispiel für demokratisierte, beschleunigte Entwicklung.
- Praktische Einsatzfelder:
- Angebote/Kundenanfragen: Voranalyse, Entwürfe.
- Marketing: Newsletter, Webtexte, Social Media.
- Backoffice/Recherche: Perplexity für faktenbasierte Antworten mit Quellen.
- Meetings: Transkription, Zusammenfassungen und To-dos via Fireflies, Otter.ai; PLAUD NOTE für einfache Telefonmitschnitte.
- E-Mail-Management: KI-Agenten sortieren, priorisieren, prüfen Verfügbarkeit und erstellen Antwortentwürfe bei voller menschlicher Kontrolle.
- Präsentationen/Reiseplanung: Mit Gamma in kurzer Zeit strukturierte Agenden, Flüge/Hotels/Lounges vergleichen, Messepläne kuratieren; Corporate-Design-Integration über Mastervorlagen.
- Zentrale Fähigkeiten und Rahmen:
- Prompting als Hebel: Rolle, Aufgabe, Kontext und Format klar definieren; Vorlagen und themenbezogene Chats nutzen.
- Change Management: Menschen sind Gewohnheitstiere; Akzeptanz durch Einbindung, Schulung und konkrete Nutzenbeweise.
- Datenschutz: KI-Guidelines festlegen; sensible Daten meiden; Alternativen wie Mistral und Tools wie NotebookLM gezielt einsetzen.
- Blick nach vorn: KI-Agenten agieren proaktiv über Kalender, E-Mail und Web hinweg, bereiten den Tag vor und entlasten ähnlich einer persönlichen Assistenz.
Erklärung und Vertiefung
- KI als transformativer Booster
- Metapher „angebundenes Elefant“: Organisationen unterschätzen ihr Potenzial. KI löst Fesseln, indem sie die Strecke von der Idee zur Umsetzung verkürzt.
- Praxisbeleg: Ein kleines Team baut in zwei Monaten eine funktionsreiche Agentursoftware – vorher wären Zeit- und Ressourcenbedarf deutlich höher gewesen.
- Die Macht des Promptings
- Prinzip: Output-Qualität folgt Prompt-Qualität.
- Erfolgsformel:
- Rolle (z. B. „Agieren als erfahrener Marketingtexter“),
- Aufgabe (konkrete Deliverables),
- Kontext (Zielgruppe, Markenstimme, Rahmenbedingungen),
- Format (z. B. Direkttext, Gliederung, Bulletpoints).
- Umsetzung: Wiederkehrende Aufgaben mit geprüften Prompt-Vorlagen und spezialisierten Chats standardisieren („Prompts für Profis“).
- Werkzeuge im Zusammenspiel
- LLMs (z. B. ChatGPT): Stark in Sprachgenerierung und Ideation, aber anfällig für Halluzinationen.
- Perplexity: Kombiniert Sprachmodell und Suche; liefert Quellen, erhöht Verlässlichkeit.
- Meeting-Assistenz: Fireflies/Otter.ai erzeugen Transkripte, Zusammenfassungen, Aufgabenlisten; PLAUD NOTE umgeht technische Hürden für Telefonate.
- Präsentationen und Planung mit Gamma: Von Prompt zur strukturierten Agenda (z. B. Geschäftsreise Dubai: Flug-/Sitzplatzauswahl, Hotel-Metro-Anbindung, Lounge mit Dusche, kuratierter Messeplan). Corporate Identity via importierter Mastervorlage sichern.
- NotebookLM: Eigene Dokumente analysieren; Mistral als datenschutzfreundliche Option.
- Automatisierung repetitiver Aufgaben
- Identifikation von Pain Points (Buchhaltungsvorbereitung, Standardanfragen, Inbox-Überlastung).
- KI-Agenten trainieren (FAQ, Richtlinien, Kalenderzugriff), um Vorqualifizierung, Priorisierung und Antwortentwürfe zu übernehmen – die finale Freigabe bleibt beim Menschen.
- Change Management und Governance
- Hürde: Umstellung durchbricht Routinen; ungewohnt wie ein Mietwagen mit anderer Schalterlogik.
- Hebel: Frühe Einbindung, praxisnahe Schulungen, sichtbare Quick Wins.
- Richtlinien: Klären, welche Daten in Tools dürfen; US-Dienste vorsichtig nutzen; sensible Informationen schützen; europäische Alternativen bevorzugen, wo nötig.
- Gegenargumente und Einordnung
- Sorge „KI ersetzt Jobs“: Der Vortrag zeigt, dass KI vor allem monotone Aufgaben abnimmt und Raum für Strategie, Kreativität und Kundennähe schafft.
- Risiko „Faktenfehler“: Mit Recherche-Tools, Quellenprüfung und menschlicher Endkontrolle minimieren.
- Angst vor Komplexität: Durch Workshops, Team-Enablement und klare Prompts wird der Einstieg pragmatisch und nutzbar.
Fazit des Abends
KI ist am 27. Mai 2026 kein Zukunftsversprechen mehr, sondern ein praktischer Produktivitätsmotor. Wer präzise promptet, gezielt Tools kombiniert und Menschen mitnimmt, erschließt enorme Effizienz- und Kreativitätsgewinne: von schneller Softwareentwicklung über smarte Inboxen und Meeting-Automation bis zu Reise- und Präsentationsplanung im Corporate Design. Der Weg zum Erfolg führt über klare Use Cases, Trainings und Datenschutz-Guidelines – und über die Einsicht, dass KI nicht ersetzt, sondern befähigt. Jetzt ist der Moment, klein anzufangen, Ergebnisse zu messen und die eigenen Prozesse Schritt für Schritt zu transformieren.

